Dresdner Christstollen

Das klassische Rezept für den berühmten "Flüsterstollen"

by Maria
672 views
Dresdner Christstollen

Wenn ich an Stollen denke, dann fällt mir sofort der Dresdner Christstollen ein. Er ist für mich der Inbegriff des klassischen Stollens. Gebacken wird er mit sehr viel Butter und noch mehr Rum-Rosinen, Zitronat, Orangeat, Mandeln und Gewürzen, das macht ihn kompakt und sehr lange haltbar. Nur so ist es auch möglich, dass das Original von Dresden aus seine Reise in die ganze Welt antreten kann ohne schlecht zu werden.

Möchtest du gerne selber einen richtig guten Christstollen nach dem Originalrezept aus Dresden backen? Das ist mit meiner gelingsicheren Schritt-für-Schritt-Anleitung gar nicht schwer.  Am besten fängst du bald damit an, denn er sollte 1-2 Wochen durchziehen, um sein volles Aroma zu entfalten. Aber ganz ehrlich: Ich konnte es nicht erwarten und habe ihn schon nach 2 Tagen angeschnitten – und er hat herrlich geschmeckt!
Willst du wissen, was ein „Flüsterstollen“ ist? Dann lies einfach weiter! 😉

Dresdner Christstollen

Was macht einen guten Stollen aus?

Der Original Dresdner Stollen hat’s in sich! Mit einem Butteranteil von 50 % und mindestens 65 % Rosinen (jeweils gerechnet von der Mehlmenge), sowie Zitronat und Orangeat, Mandeln und Gewürzen, ist er wahrlich kein Leichtgewicht. Aber es sind die vielen guten Zutaten, die ihn so wohlschmeckend machen.

Dresdner Christstollen - Making-Of

Zitronat und Orangeat

Du magst Zitronat und Orangeat nicht so gerne? Du solltest trotzdem nicht darauf verzichten, denn sie schenken dem Stollen das ganz besondere Aroma. Schneide sie mit einem großen Messer ganz klein, dann hast du zwar das Aroma, beißt aber nicht auf die großen Stücke.

Zitronat und Orangeat für den Dresdner Stollen

Die Milch für die Hefe darf nur lauwarm sein

Für den Stollen machen wir einen Vorteig mit der Hälfte des Mehls, ein wenig Zucker, einer Prise Salz und Hefe, die in lauwarmer Milch aufgelöst ist.  Der Teig wird mit den Knethaken der Küchenmaschine so lange geschlagen, bis er glatt und glänzend ist.
Wichtig: Die Milch darf wirklich nur lauwarm sein, denn bei Temperaturen über 33 Grad sterben die Hefebakterien und der Teig geht nicht auf.
Rolle den Teig zur Kugel, gib ihn in eine Schüssel, leg ein sauberes Küchentuch drüber und stelle ihn an einen warmen, zugfreien  Platz. Nach etwa 1 ½ Stunden sollte sich sein Volumen verdoppelt haben.
Test: Drücke mit den Fingern auf den Teig. Wenn er weich und elastisch ist und die Abdrücke deiner Finger im Teig zurückbleiben, dann ist er perfekt.

In der Zwischenzeit kannst du schon mal das restliche Mehl mit der wachsweichen Butter verkneten. Damit die Butter schön weich ist, legst du sie am besten schon am Vorabend raus, wenn du die Rosinen einweichst. Solltest du das vergessen haben, ist hier ein Tipp:

So wird Butter schneller wachsweich

Stülpe eine Glasschüssel, die du vorher mit heißem Wasser ausgespült hast, über die Schale mit den Butterwürfeln. Die Wärme der Schüssel lässt die Butter schneller weich werden.

Butter für den Dresdner Christstollen

Bei welcher Temperatur wird der Stollen gebacken?

Der Ofen wird zuerst auf 220 Grad Umluft vorgeheizt. Sobald du den Stollen reingeschoben hast, reduzierst du die Temperatur auf 165 Grad. Unser Stollen mit einem Gewicht von ca. 900 g braucht dann etwa 50-55 Min.

Dresdner Christstollen

Nach dem Backen machst du die dunklen Rosinen vom Rand, die beim Backen dunkel geworden sind, am besten ab, denn die schmecken bitter. Dann darf der Stollen erstmal über Nacht ruhen und abkühlen. Am nächsten Tag streichst du ihn dick mit heißem Butterschmalz (oder heißer Butter) ein und bestreust ihn danach mit Zucker. Überschüssigen Zucker schüttelst du ab. Das ist jetzt die Zuckerkruste, die den Stollen versiegelt! Die Aromen der Zutaten sind eingeschlossen und können sich nun im Stollen entwickeln. Sobald die Zuckerkruste kalt ist, streust du eine dicke Schicht Puderzucker drüber. Dann wickelst du den Stollen sorgfältig in Alufolie ein und lagerst ihn kühl bis zum Anschnitt an Weihnachten (oder auch schon früher…). 

TIPP: Wenn du keine Alufolie benutzen möchtest, wickelst du den Stollen in Pergamentpapier ein und darüber eine dicke Lage Zeitungspapier.

Wie schneidest du den Stollen am besten an?

Schneide den Stollen in der Mitte an und schneide dann jeweils links und rechts davon die Scheiben ab. Anschließend wird der Stollen einfach wieder zusammengeschoben, so trocknen die Schnittflächen nicht aus.

Dresdner Christstollen

Was bitteschön ist denn nun ein "Flüsterstollen"?

Es ist so: Wenn die Sultaninen im Stollen so weit auseinander sind, dass sie sich anschreien müssen wenn sie sich unterhalten wollen, das ist ein Schreistollen.
Beim Flüsterstollen aber sind sie so nah beieinander, dass sie sich flüsternd unterhalten können … 😉

Dresdner Christstollen

Wenn du Stollen gerne magst, aber nicht viel Zeit hast, dann probiere doch einfach mal meinen saftigen Marzipan-Quarkstollen. Der schmeckt herrlich und ist schnell gemacht.

Rezept für den Dresdner Christstollen

Dresdner Christstollen

Dresdner Christstollen

Mit viel Butter und noch mehr Rum-Rosinen ist dies der beste klassische Stollen. Nach ein paar Wochen kühler Lagerung entwickelt er sein volles Aroma.
5 von 10 Bewertungen
Rezept drucken Rezept bewerten
Vorbereitung: 50 Minuten
Zubereitung: 55 Minuten
Gehzeit: 2 Stunden 30 Minuten
Zeit gesamt: 4 Stunden 15 Minuten
Portionen: 1 Stollen (ca. 900 g)

Dafür brauchst du:

Backblech und möglichst eine Küchenmaschine (geht aber auch von Hand)

Zutaten

Am Vortag einweichen

  • 225 g Rosinen
  • 50 g Zitronat - sehr fein gehackt
  • 50 g Orangeat - sehr fein gehackt
  • 40 ml Rum

Für den Hefe-Vorteig

  • 30 g frische Hefe
  • 90 ml Milch - lauwarm (ca. 30 Grad)
  • 155 g Weizenmehl - Type 405
  • 1 Essl. Zucker - = 10 g
  • ½ Teel. Salz - = 3,5 g

Für den Butterteig

  • 140 g Weizenmehl - Type 405
  • 150 g Butter
  • 50 g gemahlene blanchierte Mandeln
  • 35 g Zucker
  • 1 Trpf. Bittermandelöl
  • 1 Msp. Mandelblüte - Macis

Zum Bestreichen

  • 40 g Butterschmalz - alternativ geklärte Butter: (Butter aufkochen und köcheln lassen, bis sich die Molke am Boden absetzt)
  • 40 g Zucker
  • 40 g Puderzucker

Anleitung

Am Vortag:

  • Rosinen, klein geschnittenes Zitronat und Orangeat in eine Schüssel geben und mit dem Rum tränken. Zugedeckt über Nacht stehen lassen. Vor der Verwendung zwischendurch mal durchrühren.
    Dresdner Christstollen - Making-Of
  • Die Butter aus dem Kühlschrank holen, damit sie Zimmertemperatur annimmt und alle weiteren Zutaten ebenfalls bereitstellen.
    Butter für den Dresdner Christstollen

Für den Hefe-Vorteig

  • Hefe in lauwarmer Milch auflösen, kurz durchrühren. Mehl, Zucker und Salz in eine Schüssel geben, nach 10 Min. die aufgelöste Hefe hinzufügen und alles sorgfältig verkneten, bis der Teig glänzt und sich vom Schüsselrand löst.
    Dresdner Christstollen - Making-Of
  • Den Teig an einem warmen, geschützten Ort zugedeckt 1,5 – 2 h gehen lassen. Wenn sich das Teigvolumen verdoppelt hat, er sich elastisch anfühlt und eine Mulde zurück bleibt, wenn man mit dem Finger reindrückt, dann ist er richtig.
    Dresdner Christstollen - Making-Of

Teig verkneten

  • In einer großen Schüssel das restliche Mehl für den Butterteig mit der sehr weichen Butter verkneten. Es wird ein ziemlich fester Teig. Nun den gegangenen Vorteig mit in die Schüssel geben und alles miteinander verkneten.
    Dresdner Christstollen - Making-Of
  • Jetzt kommen die gemahlenen Mandeln, Zucker, Bittermandelöl und Macis hinzu, alles gut unterkneten. Zum Schluss die eingeweichten Rosinen mit Zitronat und Orangeat hinzufügen und gründlich aber vorsichtig vermengen, bis die Rosinen gleichmäßig im Teig verteilt sind. Den Teig nochmals 1 Stunde bei Zimmertemperatur zugedeckt gehen lassen.
    Dresdner Christstollen - Making-Of
  • Jetzt kannst du schon mal den Backofen auf 220 Grad Umluft vorheizen.
  • Kippe den Teig auf die Arbeitsfläche, knete ihn nochmals kurz durch und forme eine Rolle. Achte darauf, dass die Oberfläche schön glatt ist. Leg die Rolle auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und mach mit einem scharfen Messer einen ½ cm tiefen Längsschnitt.
    Dresdner Christstollen - Making-Of

Backen und fertig stellen

  • Schieb das Backblech in den Ofen, schalte den Ofen sofort auf 160 Grad Umluft zurück und backe den Stollen ca. 50-60 Min.
  • Den gebackenen Stollen lässt du vorerst noch auf dem Blech, damit er nicht bricht. Entferne mit der Hand die Rosinen am Rand, die dunkel geworden sind und lass den Stollen über Nacht auskühlen. Am nächsten Tag bestreichst du den Stollen ringsum mit dem heißen Butterschmalz (oder der geschmolzenen Butter) und bestreust ihn mit Zucker. Das ist die Versiegelungsschicht, damit er nicht austrocknet. Wenn er abgekühlt ist, bestäubst du ihn dick mit Puderzucker.
    Dresdner Christstollen - Making-Of
  • Gut in Alufolie verpackt kannst du den Stollen ein paar Wochen kühl lagern (im Keller oder in einem kühlen Raum, z.B. im Schlafzimmer).
    Dresdner Christstollen - Making-Of

TIPP

Der Stollen entfaltet sein bestes Aroma nach ein bis zwei Wochen, es lohnt sich deshalb, ihn schon frühzeitig zu backen.

Eigene Notizen

Möchtest du dir das Rezept für später merken? Hier kannst du das Bild für Pinterest pinnen oder per WhatsApp an deine Freunde schicken.💛

Dresdner Christstollen

Wie hat es dir geschmeckt? 

Wenn du den Dresdner Christstollen ausprobiert hast, freue ich mich riesig über eine Bewertung mit Sternen.⭐

Lass mich gerne wissen, wie du mit dem Rezept und der Anleitung zurecht gekommen bist. Nutze einfach das Kommentarfeld weiter unten, um mir eine Nachricht zu schicken und das Rezept zu bewerten. Deine Tipps und Erfahrungen sind herzlich willkommen.💕

Maria es schmeckt mir Signatur

Beliebte Rezepte

Ich freue mich über dein Feedback

Rezept Bewertung (bitte auf die Sterne klicken - 5 volle Sterne bedeuten "sehr gut")




Mit der Nutzung dieses Kommentar-Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Mehr in meiner Datenschutzerklärung*

12 Kommentare

Inge 30. November 2021 - 19:36

Die Christstollen sind sehr schön geworden. Ich habe zwei kleine in kleinen Christstollenformen gebacken. Duften super. Mit dem Anschneiden warte ich noch ein paar Tage. Freue mich schon darauf. Danke liebe Maria für dieses schöne Rezept.
Ich wünsche dir einen schönen Advent.
GLG inge

Antwort
Maria 30. November 2021 - 19:57

Das freut mich sehr liebe Inge, vielen herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Ich bin mit sicher, der Stollen wird euch sehr gut schmecken und wünsche euch jetzt schon viel Freude und Genuss, wenn es soweit ist.???
Ganz liebe Grüße, Maria

Antwort
Anneliese Diermeier 30. November 2021 - 16:24

Hallo Maria, ich habe heute deinen Stollen gebacken. Die Anleitung dazu ist einfach und sehr gut erklärt. Darum die 5 Sterne.
Probiert wird aber erst in ein paar Tagen …?
Liebe Grüße Anneliese

Antwort
Maria 30. November 2021 - 19:55

Danke liebe Anneliese, ich freu‘ mich total, dass du den Dresdner Christstollen gebacken hast. Es ist ja wahrlich kein schnelles Rezept aber der Aufwand lohnt sich. Und gut eingewickelt und kühl gelagert wird er auch immer besser. Ich wünsche euch schon jetzt einen guten Appetit wenn ihr in anschneidet.
Ganz liebe Grüße und eine schöne Adventszeit,??⭐ Maria

Antwort
Chris 28. November 2021 - 11:58

Liebe Maria,
ich danke dir sehr für das Dresdner Rezept! Diesen Stollen werde ich auf jeden Fall nachbacken. Alle Zutaten außer Macis (glaube ich) wie früher bei uns! Traditionell mussten die Stollen bis Ostern reichen. Darauf hat mein Opa bestanden, der jeden Morgen ein Stück Stollen zum (Malz)Kaffee gegessen hat.

Antwort
Maria 28. November 2021 - 12:50

Dein Opa scheint ein Feinschmecker gewesen zu sein, ein Stück Stollen zum Frühstücks-Kaffee, ja, so kann der Tag gerne beginnen!? Ich fürchte allerdings, bis Ostern wird der Stollen nicht reichen, dazu ist er viel zu köstlich. Macis (Muskatblüte) schmeckt übrigens sehr intensiv, eine kleine Prise reicht schon. Ich wünsche dir viel Spaß beim Backen und noch mehr beim Genießen!???
Herzliche Grüße, Maria

Antwort
Reni 28. November 2021 - 6:17

Guten Morgen María,
Noch kann ich kein wirkliches Urteil abgeben, wie der Stollen schmeckt.
Aber ich bin immer offen für Neues in der Back- und Kochwelt.
Dieses Rezept werde ich ausprobieren. Die Zubereitung ist etwas anders, als in Rezepten, die ich sonst kenne.
Deine Bilder und Erklärungen sind sehr gut und immer hilfreich. Da kann nichts schief gehen.
Seitdem ich die „saftigen Kokosmakronen“ auf diesem Blog entdeckt habe werden sie nur noch nach diesem Rezept gemacht.
Einen schönen 1. Advent Sonntag wünscht
Reni

Antwort
Maria 28. November 2021 - 10:24

Das Rezept für den Dresdner Christstollen ist für einen eher kleinen Stollen mit ca. 900 g. Der erste, den ich gebacken habe, war doppelt so groß aber den kleineren finde ich etwas „handlicher“ und auch für eine normale Küchenmaschine oder Mixer noch zu schaffen. Ich wünsche dir schon jetzt einen wunderschönen Advent liebe Reni und viel Erfolg beim Backen.???
Ganz liebe Grüße, Maria

Antwort
Reni 1. Dezember 2021 - 18:41

Hallo María,
Jetzt liegt der „Prachtkerl“ gezuckert, gepudert und gut verpackt im Keller. Das Backen hat sehr gut geklappt. Schade nur, dass die Rosinen oben drauf immer verbrennen.
Dann müssen sie restlichen halt etwas lauter flüstern …
Die Größe des Stollens gefällt mir sehr gut.
Nun ist „warten“ angesagt …..auch wenn es schwer fällt. Der Duft ist schon sehr verführerisch.
Herzliche Grüße, Reni

Antwort
Maria 2. Dezember 2021 - 9:05

Herrlich liebe Reni, jetzt kann Weihnachten kommen!⭐?? Ja, die dunklen Rosinen außen müssen wir schweren Herzens abmachen, aber es sind immer noch ausreichend viele drinnen, um sich bequem im Flüsterton zu unterhalten zu können.? Ich wünsche dir eine schöne und stressfreie Vorweihnachtszeit.
Liebe Grüße, Maria

Antwort
Reni 11. Dezember 2021 - 16:56

Hallo María, der Stollen war nun lange genug im Keller. Heute Nachmittag haben wir beschlossen, das Warten hat ein Ende: also ausgepackt, den Duft genossen und dann in der Mitte aufgeschnitten.
Was soll ich sagen…..perfekt! Schwer aber saftig und unheimlich lecker ?
Dieses Rezept kommt in den Familien-Rezepte-Ordner.
Vielen Dank fürs Teilen und noch eine schöne Adventszeit,
Liebe Grüße, Reni und Familie

Maria 11. Dezember 2021 - 19:36

Ja, so soll er sein, schwer und saftig. Ganz lieben Dank für deine Rückmeldung liebe Reni, ich freue mich sehr darüber. Ich wünsche euch allen noch eine wunderschöne Adventszeit!??
Viele liebe Grüße, Maria